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	<title>Kommentare zu: Autoren</title>
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	<description>Der Rettungsdienst aus unserer Sicht</description>
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		<title>Von: krunsch</title>
		<link>http://www.schenkelblog.de/autoren/comment-page-1/#comment-25</link>
		<dc:creator>krunsch</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jun 2005 11:01:45 +0000</pubDate>
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		<description>Rufe nicht um Hilfe, wenn du nicht wirklich Hilfe brauchst!


„Rufe nicht um Hilfe, wenn Du nicht wirklich Hilfe brauchst!“, so hatte mich meine Großmutter einst ermahnt,  als ich in meiner kindlichen Unerfahrenheit lauthals nach Hilfe schrie. Ich war also noch ein Kind, als man mir dieses beigebracht hatte. Natürlich spielten wir. Für uns war da nichts besonderes, ab und zu haben wir eben um Hilfe geschrien. Meine Großmutter verfügte im Gegensatz zu mir über reichlich Lebenserfahrung. Das mußte wohl ihr Alter mitgebracht haben, genau wußte ich jedenfalls nicht, was sie damit meinte. Umso unverständlicher für mich war dann noch der Zusatz: „Sonst kommt irgendwann keiner mehr, wenn du wirklich Hilfe benötigst!“

Mehr als zwanzig Jahre später dann so etwas wie ein „Ach so…!“. Ja, so hat sie das gemeint! 
Da fahre ich letztlich im Auto umher und denke darüber nach, wieso Menschen Kraft und Motivation verlieren. Dann, ganz plötzlich fällt mir Oma´s Spruch wieder ein. „Rufe nie nach Hilfe, wenn du nicht wirklich Hilfe brauchst….sonst kommt irgendwann keiner mehr, wenn du wirklich Hilfe benötigst!“. 

Na klar, denke ich, Oma hat recht! Aber wieso? Wieso ist das denn gerade umgekehrt in unserer Gesellschaft? Wieso erlebe ich genau das Gegenteil in meinem Beruf? War ich doch bis jetzt der Meinung, es gäbe genügend Omas und Omis hier in der Gegend. Haben die ihren Enkeln so was nicht erzählt? Na, vielleicht haben die Enkel das ja auch einfach wieder vergessen!? 

Mittlerweile bin ich der festen Überzeugung, daß dies wirkungsvoll zur Demotivation der Menschen beiträgt, deren Berufung es einst war, anderen Menschen zu Helfen. Nicht das sie nicht dort auftauchen, wo vermeintlich Hilfe gebraucht wird, nö! Nur es sind eben dann demotivierte Helfer die gemütlich angereist kommen. Eilig haben es doch nun wirklich nur noch die wenigsten, wohl wissend, daß Notfälle im ursprünglichen Sinne äußerst selten sind.

Oh Gott, was ist denn wenn nun tatsächlich…!? Da hat Oma ja nicht ganz Recht behalten. Zwar kommt dann jemand, aber nun dauert es eben ein wenig, vielleicht gelegentlich mal „zu-länger“! So ist das eben. In diesem Fall muß der Verlust des Lebens oder die Chance auf Genesung bedauerlicher Weise hingenommen werden. Und für die Leute die gerade voller Unverständnis den Mund nicht mehr zu bekommen, sei gesagt, es gibt ja auch noch die so genannten „Heißdüsen“! Also jene Retter in der Not, welche eben noch hochmotiviert Gas geben. Fast hat man den Eindruck, in ihnen würde ein Feuer brennen, so heiß sind die! Es besteht also noch die Chance auf schnelle Hilfe. 

Wobei, der Mund könnte jetzt eigentlich wieder geöffnet werden, denn gerade diese noch rasenden Helfer sind zumeist jung und unerfahren. Oder Helfen nur mal am Wochenende, ihres Ehrenamtes wegen. Ob da die Hilfeleistung dem notwendigen, neusten Medizinischem Stand entspricht? 

Gar nicht auszumalen! Da wird mir ja grad ganz anders. Auf der zigsten Anfahrt zu einem „Notfall“ der wieder einmal keiner ist, läuft ein Kind auf die Strasse. Der eilende Helfer kann nicht mehr halten. Kind tot, und der Helfer ein leben lang Schuld. Aber wo gehobelt wird, fällt auch späne, wie ich schon sagte. Da ist die eiligste Versorgung der Kopfplatzwunde oder des gebrochenen Fingers eben Priorität, und das Blaulicht ist schließlich dazu da, benutzt zu werden!

Mensch Oma, denk ich, stell dir vor ich hab auch schon Lebenserfahrung! Aus Erfahrung weiß ich nämlich, daß man ein Feuer ausmachen kann! Wenn ich nun die Motivation das Feuer ist…? Hmm…, und Feuer wärme bedeutet! Oma, dann ist in den meißten Leuten ja das Feuer erloschen. Und ohne Feuer wird es kalt, oder??? Na, ich kann die Leute verstehn! Wer hat denn da noch Lust, sich und andere zu gefährden. 

Oma kennst du die Werbung mit den Überraschungseiern? In jedem siebten Ei, und so weiter? Wenn nun in einem Ei wirklich Hilfe benötigt wird und Eile geboten ist, ich glaube du müßtest einen ganzen Laden Überraschungseier aufmachen, bis du das Ei gefunden hast. Was meinst Du? Dir wär schon ganz schlecht vor lauter Schokolade? Jau, das kann ich verstehn!

Da stecke ich nun voll in diesem Gedankenfluss, geradewegs auf diesen Wasserfall zu. Ist ja wohl jedem klar, daß man vorher besser ans Ufer rudert, bevor man da runterfällt! Also wird gepaddelt, man will ja schließlich noch etwas von diesem schönen Tag haben!
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		<content:encoded><![CDATA[<p>Rufe nicht um Hilfe, wenn du nicht wirklich Hilfe brauchst!</p>
<p>„Rufe nicht um Hilfe, wenn Du nicht wirklich Hilfe brauchst!“, so hatte mich meine Großmutter einst ermahnt,  als ich in meiner kindlichen Unerfahrenheit lauthals nach Hilfe schrie. Ich war also noch ein Kind, als man mir dieses beigebracht hatte. Natürlich spielten wir. Für uns war da nichts besonderes, ab und zu haben wir eben um Hilfe geschrien. Meine Großmutter verfügte im Gegensatz zu mir über reichlich Lebenserfahrung. Das mußte wohl ihr Alter mitgebracht haben, genau wußte ich jedenfalls nicht, was sie damit meinte. Umso unverständlicher für mich war dann noch der Zusatz: „Sonst kommt irgendwann keiner mehr, wenn du wirklich Hilfe benötigst!“</p>
<p>Mehr als zwanzig Jahre später dann so etwas wie ein „Ach so…!“. Ja, so hat sie das gemeint!<br />
Da fahre ich letztlich im Auto umher und denke darüber nach, wieso Menschen Kraft und Motivation verlieren. Dann, ganz plötzlich fällt mir Oma´s Spruch wieder ein. „Rufe nie nach Hilfe, wenn du nicht wirklich Hilfe brauchst….sonst kommt irgendwann keiner mehr, wenn du wirklich Hilfe benötigst!“. </p>
<p>Na klar, denke ich, Oma hat recht! Aber wieso? Wieso ist das denn gerade umgekehrt in unserer Gesellschaft? Wieso erlebe ich genau das Gegenteil in meinem Beruf? War ich doch bis jetzt der Meinung, es gäbe genügend Omas und Omis hier in der Gegend. Haben die ihren Enkeln so was nicht erzählt? Na, vielleicht haben die Enkel das ja auch einfach wieder vergessen!? </p>
<p>Mittlerweile bin ich der festen Überzeugung, daß dies wirkungsvoll zur Demotivation der Menschen beiträgt, deren Berufung es einst war, anderen Menschen zu Helfen. Nicht das sie nicht dort auftauchen, wo vermeintlich Hilfe gebraucht wird, nö! Nur es sind eben dann demotivierte Helfer die gemütlich angereist kommen. Eilig haben es doch nun wirklich nur noch die wenigsten, wohl wissend, daß Notfälle im ursprünglichen Sinne äußerst selten sind.</p>
<p>Oh Gott, was ist denn wenn nun tatsächlich…!? Da hat Oma ja nicht ganz Recht behalten. Zwar kommt dann jemand, aber nun dauert es eben ein wenig, vielleicht gelegentlich mal „zu-länger“! So ist das eben. In diesem Fall muß der Verlust des Lebens oder die Chance auf Genesung bedauerlicher Weise hingenommen werden. Und für die Leute die gerade voller Unverständnis den Mund nicht mehr zu bekommen, sei gesagt, es gibt ja auch noch die so genannten „Heißdüsen“! Also jene Retter in der Not, welche eben noch hochmotiviert Gas geben. Fast hat man den Eindruck, in ihnen würde ein Feuer brennen, so heiß sind die! Es besteht also noch die Chance auf schnelle Hilfe. </p>
<p>Wobei, der Mund könnte jetzt eigentlich wieder geöffnet werden, denn gerade diese noch rasenden Helfer sind zumeist jung und unerfahren. Oder Helfen nur mal am Wochenende, ihres Ehrenamtes wegen. Ob da die Hilfeleistung dem notwendigen, neusten Medizinischem Stand entspricht? </p>
<p>Gar nicht auszumalen! Da wird mir ja grad ganz anders. Auf der zigsten Anfahrt zu einem „Notfall“ der wieder einmal keiner ist, läuft ein Kind auf die Strasse. Der eilende Helfer kann nicht mehr halten. Kind tot, und der Helfer ein leben lang Schuld. Aber wo gehobelt wird, fällt auch späne, wie ich schon sagte. Da ist die eiligste Versorgung der Kopfplatzwunde oder des gebrochenen Fingers eben Priorität, und das Blaulicht ist schließlich dazu da, benutzt zu werden!</p>
<p>Mensch Oma, denk ich, stell dir vor ich hab auch schon Lebenserfahrung! Aus Erfahrung weiß ich nämlich, daß man ein Feuer ausmachen kann! Wenn ich nun die Motivation das Feuer ist…? Hmm…, und Feuer wärme bedeutet! Oma, dann ist in den meißten Leuten ja das Feuer erloschen. Und ohne Feuer wird es kalt, oder??? Na, ich kann die Leute verstehn! Wer hat denn da noch Lust, sich und andere zu gefährden. </p>
<p>Oma kennst du die Werbung mit den Überraschungseiern? In jedem siebten Ei, und so weiter? Wenn nun in einem Ei wirklich Hilfe benötigt wird und Eile geboten ist, ich glaube du müßtest einen ganzen Laden Überraschungseier aufmachen, bis du das Ei gefunden hast. Was meinst Du? Dir wär schon ganz schlecht vor lauter Schokolade? Jau, das kann ich verstehn!</p>
<p>Da stecke ich nun voll in diesem Gedankenfluss, geradewegs auf diesen Wasserfall zu. Ist ja wohl jedem klar, daß man vorher besser ans Ufer rudert, bevor man da runterfällt! Also wird gepaddelt, man will ja schließlich noch etwas von diesem schönen Tag haben!</p>
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