07-07-2006

Diese schwülen Nächte

Abgelegt unter: Rettungsdienst — ra @ 15:15

Ohm man. Schon zu Dienstbeginn ist es ein Graus die Dienstkleidung anzuziehen. Allein hiervon schwitzt man so stark das man der Exsikkose nah ist.
Mein Kollege ist ein alter Haudegen was den Rettungsdienst angeht und er fällt zu Dienstbeginn direkt in den Sessel. Ich checke noch schnell den Wagen und allein das ist schon zu viel bei diesem klima.
Nach dem Essen schalten wir beide auf Stand-By.
Wir dösen so vor uns hin, als der schrille Alarmton unseres Piepers, auf die Notlage eines Bürgers aufmerksam macht.
Menschenleben in Gefahr ist unser erster Gedanke und wie einSpinalreflex bewegen wir uns träge, aber zielstrebig zum RTW.
Anfahrt zum Einsatzort mit Sonderrechten. Es war nicht eine der in diesen Tagen so häufigen Kreislaufstörungen, nein unser Patient sei nur bedingt ansprechbar hiess es. Das NEF der Nachbarwache ist mitalarmiert.
Über Funk erfahren wir bereits von den Kollegen “Die Patientin ist nicht ganz dicht”. Wir treffen deutlich vor dem Notarzt ein und müssen feststellen das die Kollegen auf Funk recht hatten. Unsere Patientin hat eine ausgeprägte Simulation.
Die Einsätze in dieser Nacht werden nicht anspruchsvoller. Kein Wunder das wir dabei nicht richtig wach werden, konnten wir doch alles mit der intellektuellen Leistung unseres Spinalkanals abarbeiten. Notfallmedizinisches Wissen war nicht gefragt.
Ein Typischer Nachtdienst in diesem Sommer.
Am Wochenende habe ich frei, gut so.